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Für die Branche führt die Abschaffung von verbindlichen Pflanzenlisten zu einem Verlust von Wissensstandards im zentralen Alleinstellungsmerkmal der Branche. Damit beraubt sich die Branche eines Vorteils, den sie gegenüber branchenfremden Marktteilnehmenden hat. Das erzeugt zusätzlichen Druck auf die Rentabilität der einzelnen Betriebe und der Branche insgesamt.
Für Lernende ist die Abschaffung von Pflanzenlisten eine Zumutung. Sie wissen nicht, welches Pflanzensortiment am QV vorhanden ist und müssen damit rechnen, dass sie zu Pflanzen geprüft werden, mit denen sie sich während der Lehre nicht beschäftigt haben. Für Betriebe hat die Abschaffung von Pflanzenlisten die Folge, dass Pflanzenkenntnisse bei Bewerbungen individuell geprüft werden müssen. Das führt zu zusätzlichem administrativem Aufwand und wirkt sich kostentreibend auf die Personalsuche aus. Für junge Berufsleute bedeutet die Abschaffung von Pflanzenlisten ein Handicap bei der Stellensuche nach der Lehre, weil sie riskieren, für attraktive Stellen wegen eingeschränkter Pflanzenkenntnisse nicht berücksichtigt zu werden. Fehlende Kenntnisse müssen sie sich mit zusätzlichem Aufwand individuell aneignen, damit sie mit erfahrenen älteren Kolleg/innen mithalten können. Weder vermitteltes Fachwissen noch die Förderung von Handlungskompetenzen garantieren nach der Lehre einen erfolgreichen Start in den Berufsalltag. Entscheidend dafür sind neben Fachwissen und Kompetenzen immer individuelle Fähigkeiten, das Interesse am Beruf und die Bereitschaft zu persönlichem Engagement. Allerdings bleibt fundiertes Fachwissen auch künftig eine Grundlage, die während einer Berufslehre vermittelt werden muss, die Fachpersonen von Laien unterscheidet und die die Verrechnung von Regielöhnen für Arbeitsleistungen rechtfertigt. Über Kompetenzen, sich Fachwissen durch Recherchen von Fall zu Fall anzueignen, verfügen viele Laien genauso. Weil umfassende Pflanzenkenntnisse von Fachpersonen das zentrale Alleinstellungsmerkmal der Gartenbranche sind, liegt es in ihrem ureigenen Interesse dazu Sorge zu tragen, dass daran keine Abstriche gemacht werden. |
Weitere Informationen
Verbindlicher Pflanzenlisten in der Berufslehre für Gärtner/innen müssen wieder eingeführt werden Gründe, die gegen die Abschaffung von verbindlichen Pflanzenlisten und damit von einheitlichen Wissensstandards sprechen Forderungen Bedeutung einheitlicher Wissensstandards in Ausbildungen |
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