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Titel
Terrassengarten im Wallis Autor/in Peter Steiger veröffentlicht Juni 2026 (NaturGarten 05) © NaturGarten Schweiz 2026 |
Am Sonnenhang über Sierre (Siders) liegt mitten in Rebhängen an einem voll sonnexponierten Südhang ein Hanggrundstück mit einer Höhendifferenz von zwölf Metern.
Dem Wunsch der Kundin entsprechend, soll das grossteils von steilen Rasenflächen eingenommene Gartenareal in ein naturnah gestaltetes Gartenjuwel mit Spielmöglichkeiten für die Kinder umgewandelt werden. Was tun? Die beidseitig anschliessenden Rebterrassen legen eine ortstypische Gestaltung mit Terrassierung nahe, und die sonnenexponierte Lage einen Ersatz des nur mit regelmässiger Bewässerung grün zu erhaltenen Rasens durch eine pflegearme Staudenbepflanzung mit standort-heimischen Wildstauden. Die finanziellen Mittel für eine aufwändige Terrassierung mit Trockenmauern sind erfreulicherweise vorhanden. Terrassenlandschaft Die bewirtschaftungsbedingten Rebterrassen der Nachbarschaft mit hohen Mauern und teilweise zyklopischem Mauerwerk sind kaum Vorbild für die angestrebte, feinteilige Terrassierung dieses Gartens. Hier wird mit unterschiedlichen Mauerhöhen von bloss 40 bis 100 cm Höhe gearbeitet, was auf die Höhendifferenz von zwölf Metern ein reich strukturiertes Terrassengefüge ergibt. Die Terrassen werden horizontal auch nicht einfach parallel der Höhenlinien gefügt, sondern durch den Einbau einer als Spielplatz bergwärts eingebuchteten Arena im Hangfuss und eines auch als Weg dienenden, schräg aufwärts hinter das Wohnhaus ziehenden, Tälchens bewusst strukturiert. Der Einbau einer zwölf Meter langen Kinderrutsche mit sicherheitstechnisch genügender Landefläche und eines Bachlaufes, zu Spielzwecken gespiesen durch eine Handschwengelpumpe, sorgt für eine weitere Differenzierung. Lokale Materialien Für die aufwändige Terrassengestaltung kommt nur ein lokal vertrauter, fachlich versierter Unternehmer in Frage. Dieses ergibt sich in dem im Trockenmauerbau gut bewanderten Team von «Schteimüürini» aus Agarn. Da der Garten im Hangschuttbereich von Liaskalken der Jurazeit liegt und im Steinbruch von St-Léonard, nur wenige Kilometer entfernt, hervorragend geschichteter und frostbeständiger Liaskalk angeboten wird, dient dieser, zusammen mit Splitt und Grobschotter zur Hinterfüllung aus demselben Steinbruch, als Gestaltungsmaterial. Benötigt werden 25 Tonnen Kalkstein für rund dreissig Quadratmeter Mauersichtfläche und vierzig Kubikmeter Material für die Hinterfüllung. Da der Anteil an Humus für die Gestaltung der pflegearmen Trockenstandort bewusst bescheiden gehalten ist, kann gleich das Aushub unterhalb der Rasennarbe vor Ort verwendet statt abgeführt werden. Gehölze Kaum ist der Bau der Terrassenlandschaft abgeschlossen und die Rutschbahn betriebsbereit, beginnt die Bepflanzung strukturierender Einzelsträucher und standortheimischen Wildstauden aus zertifizierten Bio-Fachbetrieben. Als dekorative und lokal standortheimische Arten empfehlen sich besonders Blasenstrauch (Colutea arborescens), Felsenbirne (Amelanchier ovalis), Felsenkirsche (Prunus mahaleb), Wilde Berberitze (Berberis vulgaris), Kugel-Ginster (Genista radiata), die kleinblättrige und im Herbst leuchtend blutrote Wildform des Perückenstrauches (Cotinus coggygrya), wie auch das habstrauchig schlingende, stark duftende Etrurische Geissblatt (Lonicera etrusca) aus dem Walliser Wildvorkommen, sowie für das trockenwarme Wallis kennzeichnende Wildrosen wie Chavins, Keilblättrige, Weiche und Berg-Rose (Rosa chavinii, elliptica, mollis und montana). Frühblüher In den Steppenrasen des Wallis erscheinen einige prägnante und auch im Garten dekorative Frühblüher, welche auch die Lust des Gestalters an der pflanzengeo-graphisch stark vom Mittelland abweichenden Situation beflügeln, wie Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Berg-Kuhschelle (Pulsatilla montana), Blasenschötchen (Alyssoides utriculata), Aschgraues Fingerkraut (Potentilla cinerea), Österreichische Schwarzwurzel (Scorzonera austriaca), Schopfige Traubenhyazinthe (Muscari comosum) und Südliche Weinbergtulpe (Tulipa sylvestris ssp. australis). Steppenträume Als attraktive Walliser Steppenpflanzen mit hoher Eignung für den Trockensandort im Garten werden unter vielen anderen gewählt: Edle und Gelbe Schafgarbe (Achillea nobilis und tomentosa), Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon), Astlose Graslilie (Anthericum liliago), Walliser Flockenblume (Centaurea vallesiaca), Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana), Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum), Grasblättriger Hahnenfuss (Ranunculus gramineus), Rotes Seifenkraut (Saponaria ocymodes), Jupiter-Lichtnelke (Silene flos-jovis), Purpurklee (Trifolium rubens) und als typische Vertreter nährstoffreicher Ruderalfluren des Wallis Echter Wermut (Artemisia absinthum), Herzgespann (Leonurus cardiaca), Andorn (Marrubium vulgare) und Echte Katzenminze (Nepeta cataria). Echter Ysop (Hyssopus officinalis), Berg- und Gold-Aster (Aster amellus und linosyris) sorgen für späte Blüten. |
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Bauvortschritt
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Beispiele standortgerechter Pflanzen
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