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Regionales Natur-«Wiki» Autor/in Monika Jäggi veröffentlicht Juni 2026 (NaturGarten 05) © NaturGarten Schweiz 2026 |
Von April bis Oktober 1999 fand in der deutschen Stadt Weil am Rhein, unmittelbar an der Schweizer Grenze gelegen, die Landesgartenschau «Grün 99» statt. Eine ehemalige Kiesabbaufläche wurde zu einem Dreiländergarten, den viele Menschen bis heute als Naherholungsgebiet und Freizeitpark nutzen. Dort wurde auch eine von zwei Biologen seit 1993 erarbeitete und von der Christoph Merian Stiftung unterstützte Multi-Media CD-ROM vorgestellt. Sie dokumentierte die Vielfältigkeit der regionalen Natur und deren Wandel im Verlauf der Zeit. 2010 wurde die CD vom Internet mit seinen neuen technischen Möglichkeiten abgelöst.
Die damals aufbereiteten Daten sollten jedoch nicht verloren gehen. So machte sich ein Autorenteam – Biologen, Geographen und Historiker um den Gründer und heutigen Projektleiter, den Biologen und Fotografen Beat Ernst – an die Arbeit, um die Daten der Öffentlichkeit gratis und unkompliziert auf der Website regionatur.ch zur Verfügung zu stellen. 2015 ging die als regionatur.ch bekannte Umweltbildungsplattform online. Monika Jäggi, Mitautorin und Kommunikationsverantwortliche von regionatur.ch, hat ihre Kompetenzen als promovierte Sozialgeographin und Fachjournalistin eingebracht. Ihre Ausbildung ermöglicht es ihr, wie auch den anderen Fachautoren, die die Website erarbeiten, sich kompetent und schnell in verschiedene Fachgebiete einzuarbeiten, zukünftige Trends wahrzunehmen und innovative Fragen zu stellen. Neben aktuellen Ideen für neue Module und den nötigen finanziellen Mitteln – die Autoren machen sich alle fünf Jahre auf die aufwendige Suche nach Unterstützung – ist das persönliche Engagement des Teams massgeblicher Grund dafür, dass mit regionatur.ch eine Dokumentation aufgebaut werden konnte, die in Fachkreisen als mustergültig angesehen wird. Auf der Webseite sind die zahlreichen Module transparent in «Themen», «Orte», «Karten» und Angebote für Schulen gegliedert. Sie umfassen mehr als 300 Module mit weiterführenden Links, Stimmen, Karten, Fotos, Vorschlägen für Ausflüge sowie Hinweise auf weiterführende Literatur. Eine Suchfunktion erlaubt zudem, zahlreiche Themen auf der Plattform zu finden. Auch werden in der Rubrik Aktuell regelmässig natur- und landschaftsrelevante Themen aufgegriffen, so im Juni 2026 beispielsweise die Basler Klybeckinitiative. «Bis 2030 werden wir neue Module schreiben, aber auch die älteren Module inhaltlich und sprachlich überarbeiten und Fotografien für die Bildgalerien erneuern», umreisst die Autorin die zukünftige Arbeit des Teams. Man merkt den Texten an, dass sie sorgfältig recherchiert und mit viel Fachwissen verfasst worden sind – ein wohltuender Kontrast zum grassierenden Instantjournalismus. «Viel persönliche Leidenschaft, Engagement und «Feu sacré» für die Thematik sind der Grund, warum sich regionatur.ch über einen so langen Zeitraum entwickeln konnte», erklärt die Geographin: «Wir Autorinnen und Autoren überprüfen regelmässig die Exkursionen und machen neue Fotos für die Bildergalerien, um neue Aspekte zu erfassen und zu dokumentieren.» Ziel sei es, nicht zu missionieren, sondern das Wissen über traditionelle Kulturlandschaften, über die rasanten Veränderungen in Natur und Landschaft dokumentieren und Hintergründe ausleuchten, betont Jäggi. «Wir wollen Menschen sensibilisieren und ein Bewusstsein für den Wandel schaffen». Entstanden ist so im Verlauf der Jahre ein «Wiki» über die Veränderungen unserer Lebens-räume und der Natur und Landschaft in der Region Basel. Ergänzt wird das Angebot durch ein online-Spiel, bei dem zwei Parteien mit ihrem Wissen gegeneinander antreten. Beide Parteien können unabhängig voneinander verschiedene Schwierigkeitsgrade wählen, so dass auch ein Kind gegen eine erwachsene Person spielen kann. Die Website erlaubt eine ausgedehnte Reise durch Raum und Zeit und bietet Einblicke in die tiefgreifenden Veränderungen. Für Planerinnen, Planer sowie Garten- und Landschaftsbauerinnen und -bauer eignet sich die Plattform hervorragend, aktuelle fachliche und historische Bezüge zu eigenen Projekten zu schaffen. Fazit: Eine Speicherung der URL und ein regelmässiger Besuch lohnen sich nicht nur für Fachpersonen, sondern auch für Interessierte aus der Region. Das Projekt wird von der Däster-Schild Stiftung, der Christoph Merian Stiftung, der Stiftung Spitzenflühli, der Paul Schiller Stiftung, der Sulger Stiftung sowie der Ernst Göhner Stiftung finanziert. |
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