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Titel
Matthias Rutschmann: Start in die Selbständigkeit Gespräch Felix Werner veröffentlicht März 2026 (NaturGarten 04) © NaturGarten Schweiz 2026 |
NaturGarten: War der Gartenbau schon immer dein Traumberuf?
Matthias Rutschmann: Für mich war schon früh klar, dass ich einen Beruf draussen in der Natur erlernen möchte. Deshalb war die Lehre als Landschaftsgärtner EFZ die richtige Wahl für mich. Trotzdem habe ich noch Schnupperlehren als Maler und Sanitär gemacht, diese Berufe kamen für mich jedoch nicht in Frage. Die Kombination von körperlich anstrengender Arbeit und dem kreativen Gestalten von Gärten hat mich schon immer fasziniert und macht mir grosse Freude. Wie hast du den Einstieg in die Branche erlebt? Der Einstieg ins Berufsleben war schon anstrengend. Ich war 16 und kam frisch von der Schule und musste mich zuerst an den raueren Umgangston auf der Baustelle gewöhnen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich der ersten Zeit häufig krank war. Das änderte sich dann zum Glück nach dem ersten Winter. Die Lehre empfand ich als spannend und abwechslungsreich. Ich stellte jedoch fest, dass mir grundlegendes Wissen fehlte: wie ich einheimischen Pflanzen und dessen Auswirkung auf die Tierwelt verwenden kann oder wie ich die Biodiversität im Siedlungsbereich fördern kann zum Beispiel. Deshalb begann ich, verschiedene Kurse zu diesem Thema zu besuchen und las viele Bücher. Der grosse Wendepunkt war für mich die Weiterbildung zum Fachmann für Naturnahen Garten -und Landschaftsbau (NGL). Dort lernte ich, wie ich die Biodiversität in den Gärten fördern kann. Und ich kam mit Gleichgesinnten in Kontakt. Im Jahr 2025 erweiterte ich mein Wissen mit der Weiterbildung zum Biodiversitätspraktiker. Was ist deine Motivation, dich selbstständig zu machen? Im April mache ich mich mit meiner Firma Vita Naturgarten GmbH selbstständig. Vita bedeutet Leben. Und das ist meine grosse Motivation. Das Leben zurück in die Gärten zu bringen und weiter zu fördern. Gärten zu gestalten, die für Mensch und Tier einen wertvollen Lebensraum bilden und sie im Einklang mit der Natur zu pflegen, damit sie zu wichtigen Trittsteinen für die Vernetzung werden. Auf welche Angebote konzentrierst du dich? Ich konzentriere mich auf das Pflegen und Bauen von kleinen bis mittelgrossen Gärten, Firmengeländen und öffentliche Anlagen. Ein sorgsamer Umgang mit der Natur ist mir dabei sehr wichtig. So sollen Bepflanzungen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden und nicht umgekehrt. Die Kunden sind herzlich eingeladen, mit mir zusammen in ihren Gärten zu arbeiten, damit sie einen persönlichen Bezug dazu bekommen. Wo siehst du dich und deine Firma in 5 Jahren? Ich hoffe, dass meine Firma wirtschaftlich erfolgreich sein wird und dass ich viele grossartige Projekte umsetzen und damit die Biodiversität aktiv unterstützen konnte. Ich wünsche mir, dass ich eine langfristige Lösung für ein Magazin gefunden habe, da ich aktuell eine befristete Lösung habe. Meine Firma soll wachsen, so kann ich mir gut vorstellen, weitere Arbeitsstellen zu schaffen. Meine künftigen Mitarbeitenden sollen sich persönlich und beruflich weiterentwickeln und dazu beitragen, dass es vorangeht mit den Naturgärten. Die Branche braucht mehr auf Naturgärten spezialisierte Fachleute. Und ich hoffe natürlich, dass ich in fünf Jahren immer noch die gleiche Begeisterung für Naturgärten habe wie heute. Zum Schluss noch eine florale Frage: Was ist deine Lieblingspflanze? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Wenn ich mich auf eine festlegen müsste, wäre es die Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium). Sie ist vielseitig einsetzbar, hat schöne weisse bis rosafarbene Blütendolden und der Samenstand sieht im Winter auch sehr schön aus. Sie bietet vielen Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten Nektar und Pollen und ist eine wichtige Raupenfutterpflanze. Und sie wird wegen ihrer Heilkraft geschätzt. Danke für das Gespräch und viel Erfolg für deinen Start in die Selbständigkeit. |
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